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8. Hamburger Go-Seminar

Zum achten Mal fand in diesem Jahr das vom Hebsacker Verlag organisierte Hamburger Go-Seminar statt. Vom 7. – 14. März verbrachten 35 Seminarteilnehmer, vom 4. Dan bis zum 25. Kyu , die beiden Organisatoren, Tobias Berben & Steffi Hebeacker sowie die koreanische Profispielerin Yoon Young Sun 8p, eine wunderschöne und lehrreiche Seminarwoche im Spieletagungshaus Drübberholz in Dröverden.

Ab ersten Tag trafen die ersten Seminarteilnehmer bereits mittags ein und wurden sehr herzlich begrüßt. Ein besonderer Dank geht hier an Tobias, der sich den ganzen Nachmittag über mehrmals mit dem Auto zum Dörverdener Bahnhof begeben hat, um die Teilnehmer abzuholen, die per Bahn anreisten. Den späten Nachmittag und Abend verbrachten alle damit, sich kennenzulernen, sowohl beim gemütlichen Zusammensitzen, als auch beim ersten Kräfte messen beim Blitzturnier. Das richtige Seminarprogramm startete erst Sonntagmorgen – nach dem Frühstück. Den zahlreichen Neulingen, darunter auch uns, wurde dann der Verlauf der Seminarwoche erläutert:

Es gab wie in den Jahren zuvor drei Seminargruppen, unterteilt nach der Spielstärke der Teilnehmer. Die Unterrichtseinheiten fanden täglich einmal für jede Gruppe statt, wobei die verbliebenen zwei Gruppen im Seminarturnier spielten und das Gelernte anwenden konnten. Dadurch, das man auch zusätzlich noch in den anderen Unterrichtsgruppen teilnehmen konnte, platzte der Seminarraum bei der mittleren Gruppe fast aus allen Nähten.

Der Seminarunterricht orientierte sich an üblichen Themen und Problemstellungen. Vieles davon ist in Büchern oder im World Wide Web zu finden, jedoch hat Young Sun den Stoff sehr gut aufgearbeitet und verständlich erklärt. Der größte Vorteil war, das man direkt Fragen konnte, wenn man etwas auf Anhieb nicht verstanden hat oder Details zu einer Spielweise wissen wollte. Zudem wurde häufig am Ende jeder Unterrichtseinheit eine Rengopartie zwischen den Gruppenteilnehmern gespielt, die Young Sun anschließend kommentierte. Bei diesen Partien kam es häufig zu ungeahnten Spielabläufen, die die Themen lebhafter gestalteten, als jedes Buch dies könnte. Auch gab es am Ende jeder Unterrichtseinheit Hausaufgaben auf, die NATÜRLICH GEWISSENHAFT erledigt wurden.

Ein wenig entspannter, zumindest für die Lernenden, ging es am Mittwoch zu. Am Vormittag spielte Young Sun parallel 14 Partien simultan gegen ihre „Schüler“. Die Teilnehmer fanden sich zu Gruppen von je zwei bis drei Spielern an den Brettern zusammen. Es war für alle eine tolle Erfahrung und Young Sun war die Anstrengung anzumerken.

Der Nachmittag konnte dann zur Freizeit und Erholung genutzt werden. Einige nutzen dies für ihre körperliche Fitness, andere wiederum genossen einfach das herrlich sonnige Wetter. Tobias und die Familie Koch fuhren mit den fünf Kindern, die am Seminar teilnahmen oder die Woche als reinen Urlaub nutzten, ins nahegelegene Schwimmbad “Verwell”. Am Abend gab es dann leckeres Grillgut mit diversen Salaten beim traditionellen Bergfest, dass allerdings nicht ganz in der Mitte des Seminars liegt, und ein gemütliches Zusammensitzen am Lagerfeuer bei Stockbrot und Klönschnack.

Nach dem täglichen Seminarprogramm wurde der Abend meistens noch weiterhin am Go-Brett verbracht. Allerdings lud das Spielangebot im Seminarhaus zu reichlich Abwechslung ein. Es gab dort eigentlich keinen Raum ohne ein Regal mit irgendeinem Gesellschafts-,Brett- oder Kartenspiel. So sah man häufig Seminarteilnehmer bei Blokus, Poker und andere Spielen. In guter Erinnerung bleibt das gemütliche lösen von Go Problemen, das Phrasenschwein hätte den ein oder anderen Euro geschluckt, bei der Antwort bezüglich der Frage „Wer ist am Zug?“. Die simple Antwort kam meistens prompt:

„Wenn du nicht erkennst, wer am Zug ist, dann ist das Problem zu schwer für dich!“  (Tobias Berben)

Es formierte sich auch eine kleine „Jubango-Runde“, in der die kommentierten Partien des 10-Spiel-Matches zwischen Lee Sedol und Gu Li gemeinsamen nachgespielt wurden. Abseits des Go-Spiels fand sich zudem noch eine weitere regelmäßige Aktivität während der Woche: Zazen. Dank des Engagements von Mario Trinkhaus und Bertram Schilling war es den Teilnehmern möglich, morgens und abends bei der Sitzmeditation zur Ruhe zu kommen. Dies war definitiv eine sehr gute Erfahrung! Ein ganz großes Lob geht aber vor allem auch an das Küchenpersonal des Tagungshauses Drübberholz. Mit vier vorzüglichen Mahlzeiten am Tag war man sehr gut gewappnet, um beim Unterricht oder Turnier sein bestes zu geben.

Am Abreisetag gab es am Vormittag für alle Teilnehmer durch Young Sun eine Analyse der ersten Finalpartie Partie des CEGO Profi-Qualifikationsturniers. Den letzten Programmpunkt stellte die Siegerehrung und Danksagung für alle Verantwortlichen dar. Das Blitzturnier gewann Manuel Jacobsen (3 Kyu), das Seminarturnier Matthias Terwey 4d vor dem zweitplatzierten Joachim Beggerow 3d. Kleine Preise vom Hebeacker Verlag gab es ebenfalls für die Spieler, die das Turnier mit 7 bzw. 6 Siegen abgeschlossen haben.

Das Seminar für nächstes Jahr ist bereits terminiert und findet vom 5. bis 12. März 2016 wieder in Dröverden statt. Wir freuen uns bereits darauf viele alte & neue Gesichter wiederzusehen bzw. kennenzulernen!

Eine Anekdote am Ende: Die beiden Autoren dieses Berichts wussten bis Seminarbeginn nicht, dass der andere auch dabei sein wird, obwohl sie auf den selben Spieleabend gehen. Das sorgte für einige Erheiterung bei der Ankunft, insbesondere, da sie durch puren Zufall von Steffi im selben Zimmer untergebracht worden sind.

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