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Der etwas andere Zug 4

Von | 24. April 2014
Teil 4 von 6 der Serie "Der etwas andere Zug"

Oft sehe ich in Amateurpartien, z. B. in meinen eigenen, dass Vorhandzüge hirnloserweise mit dem einzigen Grund ausgespielt werden, dass sie Vorhand sind. Dies mag bei profitablen Sentezügen vorteilhaft sein, wie auch im Byo-yomi, als Kodrohung, etc…, doch sind Züge in Vorhand – öfter als man glaubt – Ajikeshi.

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Dia. 1

In der Stellung in Dia. 1 wäre es ein typischer Fehler, erst einmal mit Weiß A eine schwarze Antwort G zu forcieren und dann weiterzuschauen. Dies lässt z. B. ein gemütliches Nozoki auf F zu. Hier wäre der bessere Zug 1, der genauso droht, mit G zwei schwarze Steine zu fangen. Somit kann Weiß mit einem Schlag dem schwarzen Stein auf 3-5 inkl. Folgezug gleich zwei Freiheiten nehmen sowie eine augenreiche Form basteln.
Wenn Weiß wegbleiben möchte, lautet meine Empfehlung, gar keinen Zug abzutauschen. Angesichts der unsichtbaren weißen Steine auf 1 und irgendwo von A bis F hat Schwarz in dieser Gegend auch keine brutalen Möglichkeiten zum Draufkloppen. So funktioniert der Peep auf F nicht so gut, weil Weiß auf D antworten kann.

Ich möchte euch in den nächsten drei Teilen dieser Serie die sogenannten Ninja-Züge vorstellen, die ebendiese unsichtbaren Verbündeten ausnutzen. Manche Varianten sind überaus kompliziert, ich würde selber in einer Partie nicht alles ausrechnen können. Es würde mich aber freuen, wenn ihr mit diesen Diagrammen neue Ideen bekommt, eure Fantasie anregen und den Go-Horizont erweitern könnt!

Viktor Lin

Dia. 2

Dia. 2

In Dia. 2 sehen wir ein ninjalastiges Joseki in voller Pracht. Weiß steht nicht nur die Sequenz W A, S B, W C zur Verfügung, sondern C-H drohen genauso (mehr oder weniger) B an. Also schneidet Weiß mit 1 und wartet die schwarze Antwort ab, um sich für einen der Gratiszüge zu entscheiden.
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Dia. 3

S 2 und 4 in Dia. 3 wären die naheliegendsten Züge, um diese komische Form zu entzweien. Doch nach einer geschickten Opfersequenz von Weiß merken wir, dass das gar nicht geht …

Dia. 4

Dia. 4

Vor W 3 in Dia. 4 ist ein Atari notwendig, damit es peinlicher für Schwarz wird, auf den Schnittstein zu pfeifen. Doch was hat es mit diesem Zug auf sich?!
Dia. 5

Dia. 5

Schwarz kann nach 1 in Dia. 5 nur entweder oben oder unten blocken. Wenn er ersteres macht, erzeugt Weiß bis W 11 ein Miai aus zwei Sachen, die beide schrecklich für Schwarz sind. Schwarz kann also nur unten blocken.
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Dia. 6

Schwarz blockt also einmal und sichert mit S 3 gegen die Treppe. W 4 und 8 beschwören weitere Ninja-Steine auf das Brett …
Dia. 7

Dia. 7

… die Weiß so kombiniert wie in Dia. 7 gezeigt. Nach einer Parade von Tesujis bekommen beide Seiten ein akzeptables Ergebnis.
Dia. 8

Dia. 8

Weiß kann nämlich, wie Dia. 8 zeigt, noch die Ecke malträtieren und dort sogar zugleich ein Auge bauen.
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