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Google DeepMind kündigt “surprise about Go” an!

Von | 23. November 2015

Erst Facebook, jetzt auch noch Google – einige der intelligentesten Nerds dieser Welt scheinen derzeit im Auftrag dieser beiden Firmen an der letzten großen Herausforderung für Programmierer zu tüfteln, die die Welt der Spiele für sie bereithält, am ostasiatischen Brettspiel Go. Und warum? Weil sie versuchen, nicht nur intelligente Lösungen für gegebene Probleme zu entwickeln, sondern weil sie die Intelligenz selbst verstehen und reproduzierbar nachahmen wollen. Sie versuchen, im Auftrag dieser Firmen zu verstehen, wie aus der Analyse einer Vielzahl von Informationen intelligentes Verhalten resultieren kann. Demis Hassabis, Gründer und CEO der Firma Deep Mind und einer der großen Köpfe in der AI-Forschung (AI = Artificial Intelligence), hat seine Firma an Google verkauft und forscht nun in deren Auftrag über das Thema “Deep Learning”, um aus einer Unmenge an Daten etwas intelligentes zu gewinnen – genau das, was für Firmen wie Facebook und Google wahrscheinlich die bedeutendste, einträglichste Erfindung der bisherigen Firmengeschichte wäre.

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Deep Learning – nur durch die Anaylse der Bildschirmpixel das Spiel “Space Invaders” erlernt

Genau an dieser Stelle rückt das Go-Spiel als Paradebeispiel ins Zentrum, denn bisher sind alle klassischen Methoden der Programmierung schlicht an der Komplexität dieses Spiels gescheitert. Selbst die Monte-Carlo-Algorithmen, mit deren Hilfe für die Programme beachtliches an Spielstärke gewonnen wurde, brachten das Computer-Go “nur” auf die Spielstärke eines ambitionierten Amateur-Vereinsspielers – was aber noch Äonen von der Computerspielstärke z. B. beim Schach entfernt ist. Könnte man nun aber einem Computer, der über künstliche, selbstlernende Intelligenz verfügt, das Spiel so beibringen, dass er es allein durch eigenes Lernen auf höchstem Profi-Niveau spielt, wäre dies eine Blaupause auch für andere komplexe Aufgaben, deren Lösung auf selbstlernende Systeme angewiesen ist.

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Bei Breakout hat die Software sogar schnell eine Strategie entwickelt, die den Programmiern selbst unbekannt war

Hassabis, der fünf Mal den Fünfkampf bei der Mind Sports Olypiad in London gewonnen hat und für den Go “the king of games in terms of the beauty and the aesthetic” ist,  hat jetzt in einem Interview über Spiele für die Deep-Learning-Forschung in Bezug auf das Go-Spiel für die kommenden Monate eine große Überraschung angekündigt. Nachdem in seinem Forschungsprojekt Anfang dieses Jahres Programme erfolgreich alte Atari-Spiele aus den 80er Jahren – wie Space Invaders und Breakout – allein durch die Analyse der Bildschirmpixel zu spielen gelernt haben und die Spiele schließlich besser beherrschten als alle menschlichen Akteure, scheint sich nun wohl Großes für die Go-Programmierung anzukündigen. Man darf sehr gespannt sein, ob wir ein Go-Programm mit Profispielstärke werden bestaunen dürfen, denn allein das wäre ja eine wirklich faustdicke Überraschung.

Hier das Interview mit Demis Hassabis, in dem der das “surprise about Go” angekündigt (zentral sind 4:18-5:30):


 

Hier ein Vortrag von Demis Hassabis über seine Forschung vor der The Royal Society:


 

Hier ein Vortrag Demis Hassabsi über seine Forschung mit anschließender Diskussion vor der Royal Television Society:

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