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Kidocup 2017

Von | 20. Juni 2017

Wie in jedem Jahr ist für mich die Vorbereitung für das Turnier relativ einfach – bis zum Tag bevor die Teilnehmer kommen, denn dann gilt es, die Spielräume vorzubereiten, was ein harter Job ist. Tische tragen und etwa 8 Kilometer zu Fuß gehen nur am Freitag. Während des ganzen Turniers lief ich dann im Durchschnitt etwa 6 Kilometer am Tag. Eine meiner Aktivitäten war, einige Gedanken und Eindrücke über den Kidocup für einen Bericht zu sammeln.

Als erstes lasse ich den Organisator des Kinderturniers am Sonntag zu Wort kommen. Stefan Budig 4d, Deutschland: “Es gibt nichts besseres, als spielend zu lernen!”

Kindern, Eltern und Spielern helfen, neuen wie erfahrenen, Batterien wechseln, neue Uhren besorgen, Aufräumen und viele weitere Aufgaben gab es, die ich als Best Boy der Kidocups erledigen durfte. Meine Belohnung war wie immer das Lächeln auf den Gesichtern, wenn die Probleme gelöst waren.

180 Teilnehmer hatten wir dieses Jahr insgesamt. Im Hauptturnier starteten 165 Spieler, 40 waren Frauen. Die Top-8-Spieler traten in einem eigenen Turnier jeder gegen jeden gegeneinander an. Und zum ersten Mal in sieben Jahren, seit wir das Top8-Turnier (voerher zwei Mal Top-16) ausspielen, konnte sich ein deutscher Go-Spieler, Jonas Welticke 6d, für dieses Turnier qualifizieren.

Erster Reservespieler war im dritten Jahr in Folge Benjamin Teuber 6d, der dieses Jahr wieder im Hauptturnier spielen konnte, diesmal als einer der Favoriten für den ersten Platz, weil viele andere Top-Spieler bei der Amateur-Weltmeisterschaft in China waren, die in diesem Jahr zeitgleich zum Kidocup stattfand.

Am Samstag wurden die ersten beiden Runden des Hauptturniers und der Top 8 gespielt. Abends folgte ein Poker-Turnier und die legendäre Baduk-Party mit Simultanpartien, Freibier und guter Laune. Der kleine Fußballplatz auf dem Schulhof wurde genutzt, um zu Gitarrenmusik zusammen zu sitzen, Lieder zu singen und das ein oder andere Bier zu trinken.

Am Sonntag gab es ein Kinderturnier. Wir hatten sieben ganz junge Spielerinnen und Spieler, die auf dem 9×9-Brett um den Sieg kämpfen. Mehr hätte in diesem Turnier spielen können, aber die meisten etwas älteren Kinder nahmen bereits am Hauptturnier teil.

Emma 35k, Deutschland: “Ich liebe es.”

1. Veronica 36 Kyu
2. Emma 35 Kyu
3. Platon 37 Kyu

Alle Kinder spielten auch bei Simultanveranstaltungen gegen die Gastprofis und starke Amateurspieler aus Korea. Und zwischen den Spielen gab es noch freie Zeit zum Fußball spielen auf dem Schulhof.

Die Spieler genossen am Samstag auch das leckere koreanische Mittagessen, das dank des koreanischen Kulturclubs in Hamburg serviert werden konnte.

Am Sonntag spielten die Top-8-Spieler noch drei Runden. Am Ende des Tages hatten die drei besten Spieler im Feld alle ein Spiel verloren, so dass der Montag die Entscheidung bringen musste.

Am Sonntagabend begann ein großes Sonder-Event: 34 Zweier-Teams spielten das Omikron Rengo-Turnier aus. Die Preise wurden in zwei Kategorien vergeben, die ersten drei Mannschaften im Turnier und die drei besten gemischten (Frau/Mann) Mannschaften im Turnier. Für gemischte Teams war es dabei wie immer möglich, doppelt abzustauben.

Barbara Knauf 3d, Deutschland: “Ich liebe das Renno-Turnier am Sonntag!”

Einer der Organisatoren, Tobias Berben 4d, spielte beim Rengo-Turnier zusammen mit seiner Tochter Hannah 20k.

Hannah Hebsacker 20k, Deutschland: “Es macht sehr viel Spaß!!!”

Omikron Rengo-Turnier ersten drei Platz wurden wie folgt aufgeteilt:

1. Dobranis / Dobronis
2. Knauf / Bantla
3. Hamrah / Pittner

Gemischte Teams:

1. Knauf / Bantla
2. Jürgens / Wolff
3. Stellwag / Teuber

Am Montagmorgen haben die Top-3-Spieler der Top-Gruppe alle ihr erstes Spiel gewonnen, so dass alles in der letzten Runde entschieden werden musste. Alexandr Dinerstein musste sein letztes Spiel gewinnen, um seine Chance auf den Turniersieg zu wahren, sonst würde der Sieger der Partie Ilja Shikshin gegen Pavol Lisy das Turnier gewinnen. Am Ende gewann Dinerstein sein Spiel gegen Dominik Boviz und Lisy gewann gegen Shikshin, so dass Alexandr in diesem Jahr die Kidocup gewinnen konnte. Viele spannende Partien, speziell für die Mitschreiber.

Mateusz Surma 1p, Polen: “Sehr gut organisiertes Turnier, keine Verzögerungen :-)”

Jonas Welticke 6d, Deutschland: “Es ist ein bisschen unfair, dass du alle 7 Spiele verlieren kannst. Bitte ändern!”

Ilja Shikshin 1p, Russland: “Ich mag den Kidocup, denn das Turniersystem ist das beste, um den stärksten Spieler zu ermitteln.”

Kidocup 2017, Top 8:

Place Name Club Level Rating Score 1 2 3 4 5 6 7 Points
1 Dinerchtein, Alexander Kazan 3 Pro 2719 6 3+ 8+ 5+ 2+ 4- 6+ 7+ 6
2 Lisy, Pavol Vlky 1 Pro 2755 6 6+ 7+ 3+ 1- 5+ 8+ 4+ 6
3 Surma, Mateusz Dzimierz 1 Pro 2719 5 1- 5+ 2- 4+ 6+ 7+ 8+ 5
4 Shikshin, Ilja Kazan 1 Pro 2791 5 8+ 6+ 7+ 3- 1+ 5+ 2- 5
5 Kachanovskyi, Artem Rivne 1 Pro 2741 3 7+ 3- 1- 8+ 2- 4- 6+ 3
6 Frejlak, Stanislaw Warszawa 6 Dan 2572 2 2- 4- 8+ 7+ 3- 1- 5- 2
7 Boviz, Dominik Budapest 6 Dan 2588 1 5- 2- 4- 6- 8+ 3- 1- 1
8 Welticke, Jonas Bonn 6 Dan 2568 0 4- 1- 6- 5- 7- 2- 3- 0

Die koreanischen Profis und einige starke Amateure spielten während des Wochenendes in mehreren Simultanveranstaltungen. Und mit Hilfe von Yoon Young Sun 8p wurden mehrere Partien aus den Top-8 und dem Hauptturnier an einem Demobrett für alle analysiert.

 

Ein Journalist aus Korea besuchte das Turnier und interviewte mehrere Leute, insbesondere Herrn Park als Hauptsponsor. Geplant ist ein Artikel über seine Eindrücke über das europäischen Baduk.

Park Chi Moon 7d aus Korea war einer der starken Amateure, die an diesem Jahr Kidocup teilnahmen. Er hat ein Buch über das ersten Ing-Cup-Finale zwischen Cho Hun-Hyeon und Nie Weiping geschrieben, von dem er vier Exemplare für die Lotterie bei der Siegerehrung gestiftet hat.

Oh Kyu Chul 9p: “Es war beeindruckend zu sehen, wie so viele Leute es genießen, gemeinsam Baduk zu spielen. Ich wünsche mir, dass sich dieses Turnier auf diese Weise weiterentwickeln wird und noch mehr Baduk-Spieler im nächsten Jahr kommen werden.”

Young Sun Yoon 8p, Korea: “Das beste Turnier in Deutschland!

Hyuk Lee 7d, Korea: “Ein schönes Turnier in der schönen Stadt Hamburg.”

Lee So Yong 6dan: “Es war beeindruckend zu sehen, dass so viele Leute so ernst spielen und noch ihre Parien genießen. Ich hoffe, nächstes Jahr werden noch mehr Aktivitäten wie Simultanpartien organisiert.”

Last but not least haben wir den besonderen Dank an Herrn Park Jang Hee 5d, CEO von der Firma Kido Industrial CO., Ltd, zu danken, der als Hauptsponsor und Baduk-Fan alle drei Tage vor Ort war, um Baduk zu spielen.

Park Jang Hee 5d, Korea: “Alte und neue Freunde treffen, gemeinsam Spaß beim Baduk-Spielen haben!”

Der beste Teil des Wochenendes kam am Ende, als Herr Park bei der Preisverleihung verkündete, dass im nächsten Jahr der 10. KidoCup wieder in Hamburg stattfinden werde. Überwältigender Applaus der anwesenden Spielerinnen und Spieler war die Reaktion auf seine erneute Großzügigkeit. Die Organisatoren planen für das Jubiläum bereits besondere Aktivitäten. Und als Zielmarke ist eine Teilnehmerzahl von mindestens 250 gesetzt.

Im Hauptturnier gab es natürlich über sechs Runden auch zahlreiche spannende Zusammenstöße. Rote Gesichter an allen Brettern, jede Menge Aufregung, als eine große Gruppe plötzlich vom Brett verschwand oder plötzlich mit nur einem Auge dem Tod ins Auge schaute, … der Geruch von Ko und Zeitdruck war Teil des Parfums in allen Räumen. Alle Spieler, die in der Sporthalle der Schule schliefen, mussten viel duschen, um diesen Geruch wieder los zu werden.

Am Ende konnten wir einen Gewinner des Handtuchwettbewerbs ermitteln: Die Männer gewannen gegen die Frauen bei liegengelassenen Handtüchern klar mit 7:0. Also können wir im nächsten Jahr einige frisch gewaschene Handtücher zum Verkauf anbieten!

Das Hauptturnier endete in einem Sieg für Hamrah Schayan 5d aus Wien, der mit fünf Siegen das Turnier beendete.
Benjamin Teuber 6d aus Hamburg erreichte nur vier Siege, da er seine letzte Partie gegen Klara Zaloudkova 3d aus Prag verloren hat. Somit landete er auf dem zweiten Platz. Martin Ruzicka aus Freiburg belegte mit ebenfalls vier Siegen den dritten Platz.

Am Ende gewannen 24 Spieler einen Preis für vier Siege und weitere 12 Spieler einen Preis für fünf Siege. Eine vollständige Liste mit den Ergebnissen des Hauptturniers finden Sie hier.

Auch beim permanenten Blitzturnier wurden in drei Kategorien Preise vergeben. Die meisten Partien (25) spielte Justin Dzioba 15 Kyu. Frank Tawussi 6k konnte 100% seiner vierzehn Partien gewinnen. Und den Sieg in der Kategorie “meiste gewonnene Partien” teilten sich die beiden, da beide 14 Spiele gewonnen hatten.

Einige Spieler des Hauptturniers waren so freundlcih, mir einen kurzen Kommentar zum Kidocup zu geben:

Lukas 13k, Deutschland: “Das Badukspielen hat mir Spaß gemacht.”

Adriana Tomsü 1d, Tschechische Republik: “Lost and found. Danke! :)”

Kristin 20k, Deutschland: “Immer wieder eine neue Herausforderung.”

Matthias 4k, Deutschland: “Das Turnier mit dem besten Best Boy!”

Jana Hricova 2k, Tschechische Republik: “Dieses Turnier ist einfach toll, wie immer.”

Arwen Pittner 18k, Deutschland: “Ich finde das Turnier sehr gut, weil es gut organisiert ist und es Nebenturniere gibt.”

Engin Keles 3k, Deutschland: “Das geilste Turnier das ich jemals besucht habe !!”

Marieke Ahlborn 1k, Deutschland: “Super angenehme Atmosphäre, so dass man sich gut auf die Partien konzentrieren kann, mit sehr toller Organsation.”

Joachim Neumann 6k, Spanien: “Mein Lieblings-Turnier!”

Gerry Gavigan 10k, Großbritannien: “Hamburg ist sehr freundlich und ein guter Platz für ein Turnier.

 

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