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Paar-Go in Japan – 3. Tag

Von und | 29. Oktober 2014
Teil 3 von 4 der Serie "Paar-Go in Japan"

Am dritten Tag ging endlich das Turnier los, zumindest für die qualifizierten Teilnehmer der Hauptturniers. Wir selbst sollten erst einen Tag später beim Vorgabeturnier starten. Beim Haupturnier starteten 32 Paare, 11 davon aus Japan, die anderen aus Asien, Amerika, Australien und Europa, nur Afrika war leider mit keinem einzigen Paar vertreten, aus Deutschland gingen zwei Paare an den Start.

In der ersten Runde bekamen die beiden deutschen Paare extreme Losungen. Das über die deutsche Meisterschaft und sein Punktesystem qualifizierte Paar Jana Hollmann und Klaus Petri durften gegen das vermutlich stärkste Paar, die Vorjahressieger aus Korea, antreten, das über die Europameisterschaft qualifizierte Paar Manuela Marz und Benjamin Teuber spielten mit Mexiko gegen das nominell schwächste und mit 10 und 14 Jahren auch das jüngste Paar des Turniers. Erwartungsgemäß verloren die einen und gewannen die anderen, wobei die Organisatoren aus versehen bei letzterem Paar zunächst einen Verlust in die Tabelle eintrugen, was zu einiger Verwirrung führte.

Nach dieser ersten Runde folgt traditionell das Goodwill Match, bei dem alle Gäste bunt gewürfelt miteinander gegeneinander spielen und in Landestracht antreten … dürfen, bzw. sollen oder … müssen, je nach persönlicher Vorliebe und/oder Leidensfähigkeit. Was bietet sich da neben Dirndl und Lederhose in Deutschland an? Letztes Mal vor elf Jahren waren wir Hamburger im Fischerhemd mit Seemannsmütze angetreten, aber das ist ja nun sehr regional passend. Da wir mit den beiden Paaren im Hauptturnier, uns beiden Sondergästen und EGF-Präsident Martin Stiassny immerhin zu siebt waren, bot es sich in diesem Jahr geradezu an, als Team im Fußballdress aufzulaufen, hatte doch unsere Nationalmannschaft im Sommer immerhin dem WM-Titel mit nach Hause gebracht. In diesem Aufzug sorgten wir für viel Aufsehen, Heiterkeit und immer wieder mußten wir uns im Verlauf des Abends für ein Gruppenfoto zusammenfinden.

Gegen Ende des Goodwill Matches wurden in diesem Jubiläum-Jahr noch zwei ganz besondere Partien ausgetragen: es spielten an zwei Brettern jeweils Profipaare gegeneinander, einmal Japan gegen China, einmal Japan gegen Korea. Einmal traten die beiden Ehepaare Kobayashi Izumi 6p und Cho U 9p gegen Zhang Xuan 8p und Chang Hao 9p an, einmal Hsieh Yi Min 6p und Iyama Yuta 9p gegen Lee Hanjin 3p und Cho Hun Hyun 9p. Die erste Paarung konnte China für sich entscheiden, die zweite gewann Japan. Live kommentiert wurden die beiden Partien in einem Nebenraum von Micheal Redmond 9p.

Abends folgte dann die Welcome Party für alle anwesenden Teilnehmer und Gäste. Wieder wurden zahlreiche Reden gehalten und wieder wurde der Paar-Go-Song vorgetragen, dieses Mal aber live von zwei japanischen Sängern. In den Reden wurde besonders dem Ehepaar Taki für seinen unermüdlichen Einsatz für das Paar-Go gedankt – Martin Stiassny bezeichnete Frau Taki gar als die “Seele des Paar-Go”, was diese mit einiger Rührung aufnahm. Die Rede zum Anstoßen und zur Buffeteröffnung hielt dabei der Inhaber von 7elven in Thailand, der zugleich Hauptsponsor der Go-Amateur-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Thailand sein wird. Anschließend gab es ein großes Buffet, bei dem man sich allerdings wirklich ranhalten musste, wenn man etwas abbekommen wollte. Wir zogen die relativ vornehme Zurückhaltung vor und gingen lieber danach noch mit einer großen, internationalen Gruppe in ein Lokal, um dort noch gemeinsam etwas zu essen und bei einem oder zwei Bier die internationale Freundschaft innerhalb der Go-Community weiter zu fördern. Dabei ereignete es sich tatsächlich, dass der einzige anwesende Japaner uns nicht nur beim Bestellen des Essens und der Getränke half, uns beim Anstoßen in seinem Heimatland begrüßte, sondern am Ende auch noch einfach still und heimlich für alle bezahlte. Wir blieben etwas beschämt und natürlich erfreut über so viel Gastfreundschaft zurück – würden wir das mit Gästen in unserem Heimatland auch so halten?

Der folgende Tag sollte dann der “große” Tag werden mit den entscheidenden Runden 2 bis 4 im Haupttunier, aber auch mit dem Nebenturnier mit Vorgabe, das in drei Gruppen nach Spielstärke getrennt und insgesamt wohl über 200 Paaren ausgetragen wurde. Aber davon mehr im nächsten Teil dieser Serie …

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